Review: Das war Electric Love 2015

Review: Das war Electric Love 2015

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Auch wir waren vergangenes Wochenende am spektakulären Electric Love Festival 2015 dabei und haben nun ein Review für euch. Das Großevent wird momentan vor allem von dem tragischen Ereignissen am Campingplatz Süd überschattet. Ein junger Festivalbesucher hat dort während des Sturmes durch einen umgestürtzten Lichtmasten sein Leben verloren. Auch unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen des Opfers! So traurig dieser Vorfall auch ist, war das Festival im Großen und Ganzen jedoch wirklich gelungen. Über die gesamte Festivaldauer (8.-11. Juli) feierten insgesamt um die 150.000 Besucher am Salzburgring zu Top-Acts wie Tiësto, Alesso, Steve Aoki, Armin van Buuren, ZEDD, Showtek, Mark Knight, Robin Schulz, Brennan Heart und noch vielen mehr.

Der Campingplatz (Nord)

Nach einem etwas längerem Stau bei der Anreise am Mittwochnachmittag/-abend, erreichten leider viel zu viele Leute gleichzeitig das Campingareal. Dies führte zu unglaublich langen Wartezeiten (für manche in strömenden Regen), die wohl verkürzt werden hätten können, wenn schon kontrollierte Besucher mit Band durch einen extra Eingang zurück auf’s Gelände gelangen hätten können. Zu unserer Überraschung war auf dem Campingplatz bis zuletzt ausreichend Platz für alle. Positiv bleibt uns vor allem auch der kurze Weg vom Parkplatz zum Camping Nord in Erinnerung. So musste man sich nicht mit allen Sachen gleichzeitig abschleppen. Auch die sanitären Anlagen waren wirklich top! Selten sind auf einem Festival die WCs bis zum Ende so sauber, auch wenn sie zwischendurch wegen angeblicher Verstopfungen geschlossen waren. Etwas fragwürdig war das Verbot von Deos und Haarsprays am Gelände. Klar kann man damit auch Blödsinn anstellen, doch sollte die Hygiene nicht im Vordergrund stehen? Wie auf den meisten Festivals wurden auch hier leider ziemlich viele Camper beklaut. Das Müllpfand von EUR 15,- verfehlte seinen Zweck nicht. Zahlreiche Besucher gaben ihre Müllsäcke am Ende tatsächlich (halb bis ganz voll) zurück.

Das Festivalareal

Foto © Kevin Verkruijssen
Foto © Kevin Verkruijssen

Das Electric Love überzeugte vor allem durch die unglaubliche Liebe zum Detail. Das Festivalgelände direkt auf dem Salzburgring zwischen den Bergen hat natürlich einen ganz besonderen Flair, doch dieser wurde durch die extrem aufwändige Deko noch atemberaubender. Von den Bars über die Chill-Out Areas bis hin zum Backstage-Breich wurden keine Kosten und Mühen gescheut, die Rennstrecke für das Wochenende in ein Festivalareal der Superlative zu verwandeln. Ein besonderer Hingucker war vor allem das Riesenrad, das auch eine Ausblick über das komplette Gelände ermöglichte.

Foto © Matic
Foto © Matic

Die Stages

Klares Highlight war die Mainstage, deren Design dem fetten Line Up würdig war. In Österreich wird man eine ähnliche Stage vergeblich suchen, denn das ELF-Team hat sich hier wirklich ins Zeug gelegt, um der internationalen Konkurrenz stand zu halten.

Foto © Matic
Foto © Matic

Die Hardstyle-Stage gehostet von Q-Dance stand der Mainstage um nichts nach. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

Foto © Heidie Duteweert
Foto © Heidie Duteweert

Dann gab es noch den Club Circus, der irgendwie an die Megastructure vom UMF in Miami erinnerte, jedoch um einiges kleiner war. Deep House Fans kamen bei der Stonehenge Bühne auf ihre Kosten. Last but not least gab es noch den Heineken Starclub.

Die Musik

Besonders beeindruckt hat der Electric Love Resident Felice mit seinem Opening samt Orchester und Chor. Die Darbietung war sehr emotional und eine würdige Eröffnung für ein Event dieser Größenordnung. Sonst war das Festival musikalisch eigentlich sehr breit gefächert. Neben der Mainstage mit eher kommerziellerem Big Room und Future House, konnte man auf den anderen Bühnen zu Hardstyle, DnB, Dubstep, Trap, Deep House und auch noch anderen Styles feiern. Das Line Up ließ auch nur wenig Wünsche offen. DJs wie Kaskade, ZEDD, Galantis, Don Diablo, 3lau und Tiësto bekommt man nicht oft in Österreich oder den umliegenden Ländern zu sehne. Keine langen Pausen zwischen den Acts, sondern ein eigenes ELF-Intro vor jedem Künstler ließ die Stimmung niemals abreißen.

Foto © Stefan Burgstaller
Foto © Stefan Burgstaller

Die Crowd

Die internationale Crowd schaffte es durchgehend eine wirklich unglaubliche Stimmung zu verbreiten. Leider wussten jedoch nicht alle, worum es auf einem Festival geht. Zahlreiche Besucher beschwerten sich auf Facebook über assoziale Menschen, die Becher oder auch brennende Zigaretten aus dem VIP-Breich auf die Leute darunter warfen. Nicht selten wurden dadurch Festival-Fans verletzt. Auch der extrem Alkoholkonsum mancher Besucher ist eher fragwürdig und nervig, wenn diese alle anderen belästigen. Doch wenn man diese Störenfriede ausgeblendet hatte, konnte man in der Menge wirklich gut Party machen.

Der Todesfall

Am Samstagabend kam es zu einem tragischen Unfall am Camping Süd. Während des Sturmes wurde ein junger Festivalbesucher von einem umstützenden Lichtmasten erschlagen. Die genauen Umstände muss die Polizei nun klären. Das Festival wurde nicht abgebrochen und genau aus diesem Grund, wurden die Veranstalter auf diversen Social Media Kanälen hart kritisiert. Diese Entscheidung wurde aber gemeinsam mit den zuständigen Behörden getroffen, um nicht noch mehr Verletzte in Kauf zu nehmen. Natürlich wurde ein vorzeitiger Abbruch der Veranstaltung kurz angedacht, jedoch nicht für sehr sinnvoll empfunden. Wer nun noch immer aus ethischen Gründen die Veranstalter angreifen möchte, sollte sich vielleicht Gedanken machen, was mit den Festivalbesuchern passiert wäre. Viele Personen waren zu diesem Zeitpunkt alkoholisiert und es bestand auch die Gefahr einer Massenpanik.

Einsätze

Insgesamt kam es zu 1977 Einsätzen des Roten Kreuzes vor Ort, die meist chirurgischer Natur waren. Viele Festivalbesucher hatten sich beispielsweise Knochenbrüche zugezogen. Davon mussten dann 14o Fälle im Spital weiterversorgt werden. Außerdem gab es um die 80 Mal Probleme mit Rauschgift.

Unser Fazit

Das Electric Love Festival ist ein Großevent mit Herz und Hirn! Wir hoffen, dass es auch 2016 wieder am Salzburgring stattfinden wird.